Wohnungsübergabe: Was Prüfer bei der Reinigung erwarten

Wohnungsübergabe: Was Prüfer bei der Reinigung erwarten
Verfasst von
Offerten-Portal.ch
Veröffentlicht am
1.7.2026

Bei der Abgabe zählt nicht „aufgeräumt“, sondern sauber bis ins Detail. Wenn Fett, Kalk, Staub, Haare, Klebereste oder Gerüche bleiben, landen sie oft im Protokoll - und das kann Geld kosten.

Ich fasse es so zusammen: Prüfer schauen fast immer auf dieselben Punkte. Am strengsten ist meist die Küche, danach Bad, Fenster und oft vergessene Nebenräume wie Keller, Estrich oder Briefkasten. Dazu kommen Böden, Wände, Schalter, Griffe, Dübellöcher und Leuchtmittel.

Worauf ich vor der Übergabe achte:

  • Küche: Backofen, Abzugshaube, Filter, Kühlschrank, Geschirrspüler, Schränke, Armaturen
  • Bad: Kalk an Hähnen, Duschkopf, Spiegel, Fugen, Abflüsse, Lüftung
  • Fenster: Scheiben, Rahmen, Falze, Dichtungen, Storen, Fensterbänke
  • Wohnräume: Böden, Sockelleisten, Türen, Griffe, Schalter, Steckdosen
  • Wände: Spinnweben, Flecken, Klebereste, zugespachtelte Dübellöcher
  • Nebenräume: Keller, Estrich, Balkon, Garage, Briefkasten, Namensschilder
  • Am Abgabetag: Schlüssel, Zählerstände, Licht, Wasserfluss, Geruch im Kühlschrank

Kurz gesagt: Wer Raum für Raum putzt und die oft vergessenen Stellen mitnimmt, senkt das Risiko für Nachreinigung und Abzüge bei der Kaution. In der Schweiz wird bei der Endreinigung oft nicht nur geschaut, sondern auch angefasst - zum Beispiel bei Filtern, Griffen oder Armaturen.

Damit ist klar, was bei der Kontrolle meist zählt und wo die typischen Mängel entstehen.

Wohnungsübergabe Checkliste: Die häufigsten Kontrollpunkte

Wohnungsübergabe Checkliste: Die häufigsten Kontrollpunkte

Tipps für die Wohnungsübergabe beim Umzug

Küche: Hier sind die Erwartungen am höchsten

In der Küche wird bei der Wohnungsabnahme meist am genauesten hingeschaut. Besonders oft geben Backofen und Abzugshaube Anlass zu Beanstandungen. Es geht dabei nicht nur um sichtbaren Schmutz. Prüfer achten auch auf Rückstände, die man sofort fühlt, wenn man mit der Hand darüberfährt. Ein fettiger Film auf der Abzugshaube oder eingebrannte Reste im Backofen fallen fast immer auf. Danach schauen Vermieter und Verwaltung die typischen Fettzonen oft bis ins Detail an.

Backofen, Kochfeld, Abzugshaube, Kühlschrank und Geschirrspüler

Beim Backofen müssen eingebrannte Rückstände ganz weg sein. Das gilt nicht nur für den Garraum, sondern auch für Backbleche, Roste, Schienen, Türglas und Gummidichtungen. Alle Flächen sollen glatt und fettfrei sein.

Bei der Abzugshaube zählt mehr als nur die sichtbare Hülle. Vor allem die Metallfilter müssen sauber sein. Am besten reinigt man sie im Geschirrspüler oder mit heissem Wasser, bis kein Fettfilm mehr spürbar ist. Den Kühlschrank sollte man komplett abtauen und danach Fächer, Dichtungen und Griffe reinigen. Auch die Lüftungsschlitze gehören entstaubt. Beim Geschirrspüler werden Filter, Sprüharme und Türdichtungen geprüft. Dort dürfen weder Speisereste noch Kalk zurückbleiben.

Und damit hört es nicht auf: Auch alle Flächen, die man oft anfasst, zählen mit.

Spüle, Armaturen, Schränke und Schubladen

Prüfer öffnen jeden Schrank und jede Schublade. Geprüft wird innen und aussen auf Fettfilm, Krümel, Klebereste und Staub. Ein Punkt, der gern vergessen geht: die Oberseiten der Hängeschränke. Genau dort sammeln sich oft Fett und Staub.

An Spüle und Armaturen darf kein Kalk zu sehen sein. Die Siebchen am Wasserhahn sollte man abschrauben und entkalken. Auch Siphon und Ablauf müssen sauber und frei von Verstopfungen sein. Dazu kommen Wandfliesen und Silikonfugen. Dort wird auf Fett, Wasserflecken und Schimmel geachtet.

Kontrollpunkte in der Küche: Übersicht

Die folgenden Punkte werden in der Küche besonders oft kontrolliert.

Was geprüft wird Was gereinigt werden muss
Backofen & Backbleche Eingebrannte Reste entfernen; Roste, Schienen, Türglas und Dichtungen fettfrei reinigen
Abzugshaube Gehäuse entfetten; Metallfilter im Geschirrspüler oder heiss reinigen
Spüle & Armaturen Kalk entfernen; Siebchen entkalken; Siphon und Ablauf reinigen
Silikonfugen & Wandfliesen Fett und Wasserflecken entfernen; Fugen auf Schimmel prüfen und reinigen

Bad, Fenster und Armaturen: Hier gibt es oft Beanstandungen

Nach der Küche schauen Vermieter und Verwaltungen meist besonders genau ins Bad und an die Fenster.

Bad und Sanitärarmaturen

Im Bad gibt es oft Ärger wegen Kalk, Armaturen und Duschköpfen. Vor allem der Perlator am Wasserhahn sollte abgeschraubt und entkalkt sein.

Auch die Silikonfugen rund um Badewanne und Dusche werden genau geprüft. Schimmel und Verfärbungen fallen sofort auf. Schwarzer Schimmel gilt als Mangel. Dazu kommt: Abflüsse müssen frei von Haaren und sauber sein, und das Lüftungsgitter sollte sauber und nicht verstopft sein.

Bei Spiegeln und Duschabtrennungen zählt der Eindruck auf den ersten Blick. Sie müssen streifenfrei sein, ohne Seifenreste oder Wasserflecken.

Neben dem Bad geraten auch Fensterflächen und Rahmen schnell ins Blickfeld.

Fenster, Rahmen, Fensterbänke, Storen und Rollläden

Bei Fenstern geht es nicht nur um die Scheiben. Geprüft werden oft auch Falze, Dichtungen, Führungsschienen und Griffe. Genau dort sammeln sich gern Staub, Pollen und Insekten.

Storen und Rollläden müssen beidseitig sauber sein. Auch Gurte sowie Fensterbänke innen und aussen werden auf Schmutz und Wasserflecken kontrolliert.

Lichtschalter, Steckdosen, Türen und Griffe

Auch kleine Kontaktflächen bleiben nicht verschont. Lichtschalter, Steckdosen und Türgriffe werden auf Fettfilm, Staub und Schmutzreste geprüft.

Mit einem weissen Tuch lassen sich Rückstände besonders leicht finden. Das gilt etwa für Oberkanten von Türrahmen, Sockelleisten und Heizkörperrippen.

Besenrein heisst nur, dass grober Schmutz entfernt wurde. Eine fachmännische Umzugsreinigung geht klar weiter und reinigt auch Ritzen sowie technische Geräte.

Böden, Wände, Nebenräume und kleine Reparaturen

Nach Küche, Bad und Fenstern geht der Blick jetzt auf Böden, Wände und die Räume, die gern mal vergessen gehen.

Böden und Wandflächen

Hier zählt nicht nur, ob alles sauber ist. Vermieter prüfen auch, ob es sichtbare Gebrauchsspuren oder klare Schäden gibt.

Bei Böden schauen sie auf Sauberkeit und Mängel. Tiefe Kratzer, Wasserflecken von Blumentöpfen und Brandspuren gelten als Schäden. Leichte Oberflächenkratzer auf Parkett fallen dagegen unter normale Abnutzung. Klebereste auf Parkett oder Laminat, zum Beispiel von Teppichunterlagen, müssen komplett entfernt sein.

Bei den Wänden achten Prüfer auf Spinnweben, Nikotinverfärbungen und Farbänderungen, die nicht abgesprochen wurden. Leichte Verblassungen nach mehr als zehn Jahren Mietdauer gelten in der Regel als normale Abnutzung.

Dübellöcher schliessen und Halterungen entfernen

Dübellöcher müssen sauber mit Spachtelmasse verschlossen werden. Provisorische Tricks mit Zahnpasta fallen sofort auf und gelten als Mangel. Zu viele Dübellöcher sollten sauber geschlossen werden. Haken, Nägel, Klebestreifen und Folien sind restlos zu entfernen, ohne Spuren zu hinterlassen.

Keller, Estrich, Balkon, Garage und Briefkasten

Keller und Estrich müssen komplett geräumt und besenrein sein. Dazu gehört auch, Spinnweben zu entfernen. Gerade im Keller bleiben oft noch Dinge stehen, und genau das führt bei der Abgabe oft zu Beanstandungen.

Beim Balkon ist vor allem der Ablauf heikel. Erde oder Laub dürfen ihn nicht verstopfen. Auch Flecken von Blumentöpfen auf dem Balkonboden sollten weg sein. Garagen und Parkplätze müssen leer und gefegt übergeben werden. Beim Briefkasten und bei der Türklingel gilt: Namensschilder entfernen, aber bitte ohne Klebereste.

Damit alles sauber geprüft werden kann, braucht es in jedem Raum Licht. Ohne funktionierende Leuchtmittel lassen sich Böden, Wände und Nebenräume nicht richtig beurteilen. Das gilt auch für Keller und Estrich.

Häufige Mängel bei der Übergabe und wie man sich vorbereitet

Die häufigsten Mängel im Übergabeprotokoll

Nach der Kontrolle von Küche, Bad und Nebenräumen tauchen oft dieselben Punkte im Protokoll auf. Am häufigsten gibt es Beanstandungen bei Küche, Bad, Fenstern, Schränken und Nebenräumen.

Besonders oft geht es um Kalkablagerungen. Prüfer schrauben die Perlatoren an den Wasserhähnen ab und schauen nach, ob sich Kalk festgesetzt hat. Läuft das Wasser ungleichmässig, deutet das meist auf Kalk oder eine Verstopfung hin. Auch die Dunstabzugshaube ist ein Klassiker: Die Filter müssen trocken sein und dürfen sich nicht fettig anfühlen. Kalk und Fett sind hier die häufigsten Gründe für Mängel.

Genau diese Stellen gehen im Alltag leicht vergessen und werden am Schluss oft noch einmal genau geprüft.

Letzter Rundgang am Tag der Übergabe

Ein kurzer Schlusscheck vor dem Termin hilft, die typischen Restmängel noch zu erwischen. Am besten ist es, die Reinigung 2–3 Tage vor der Übergabe abzuschliessen, damit die Böden genug Zeit zum Trocknen haben. Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle: Die Übergabe sollte tagsüber bei Tageslicht stattfinden. So sind Schlieren, Flecken und andere Mängel für beide Seiten klar sichtbar.

Kurz vor dem Termin lohnt sich ein Blick auf diese Punkte:

  • Leuchtmittel in allen Räumen sowie in Keller und Estrich prüfen
  • Wasserfluss bei allen Hähnen testen
  • Kühlschrank ganz abtauen und auf Geruch prüfen
  • Alle Schlüssel bereitlegen, auch für Briefkasten, Keller und Waschküche
  • Namensschilder sauber und ohne Rückstände entfernen
  • Zählerstände ablesen, fotografieren und im Protokoll festhalten

Fazit: Sauberkeit, die Konflikte vermeidet

Prüfer gehen Raum für Raum vor und achten auf Details, die beim normalen Putzen gern untergehen. Wer bis in die Ecken sauber macht, spart sich oft Rückfragen und Nacharbeit. Das gilt nicht nur für Wohnräume. Auch Keller, Estrich und Garage werden geprüft und sollten komplett geräumt sowie besenrein sein.

Wer lieber nichts dem Zufall überlässt, kann auf Offerten-Portal.ch kostenlos und unverbindlich Angebote von geprüften Reinigungsfirmen in der Schweiz vergleichen. Dort gibt es auch Anbieter mit Abnahmegarantie. In diesem Fall bleibt ein Mitarbeitender bei der Übergabe vor Ort und behebt allfällige Beanstandungen direkt.

FAQs

Was gilt als normale Abnutzung?

Als normale Abnutzung gelten Spuren, die bei vertragsgemässem Gebrauch einer Wohnung mit der Zeit ganz einfach entstehen. Dazu gehören zum Beispiel abgenutzte Teppiche, verblasste Tapeten, kleine Schmutzstreifen an den Wänden oder Dübellöcher im üblichen Rahmen.

Für diese Alterung zahlen Mieterinnen und Mieter bereits mit dem Mietzins. Entscheidend ist dabei die paritätische Lebensdauertabelle. Gehen Schäden jedoch darüber hinaus, etwa bei tiefen Kratzern oder übermässigem Gebrauch, haften Mieterinnen und Mieter dafür.

Muss ich alle Dübellöcher schliessen?

Ja, in der Regel müssen Dübellöcher verschlossen werden. Wichtig ist, dass das fachgerecht passiert. Nehmen Sie dafür eine Spachtelmasse, die zum jeweiligen Mauerwerk passt, und schliessen Sie die Löcher sauber.

Sprechen Sie vor der Wohnungsabgabe mit der Vermieterschaft ab, ob die Löcher überhaupt geschlossen werden müssen oder ob es reicht, die Dübel zu entfernen. Lassen Sie sich dabei am besten auch bestätigen, dass Sie nicht für das Schliessen durch einen Maler aufkommen müssen.

Lohnt sich eine Endreinigung mit Abnahmegarantie?

Ja, für Mieter in der Schweiz lohnt sich eine Endreinigung mit Abnahmegarantie fast immer. Der grosse Pluspunkt: Sie gibt Ihnen mehr Sicherheit und senkt das Risiko von teuren Nachbesserungen.

Wenn es bei der Wohnungsabgabe Beanstandungen gibt, bessert die Reinigungsfirma in der Regel kostenlos nach, bis die Wohnung abgenommen wird. In vielen Fällen ist zudem jemand von der Firma bei der Übergabe dabei und behebt Mängel direkt vor Ort.

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