Bei den Kartons für Ihren Umzug brauchen Sie drei Antworten, nämlich welche Kartontypen zu Ihrem Hausrat passen, wie viele Stück Sie schätzungsweise benötigen und ab wann Sie mit dem Packen beginnen. Die Mengenangaben in der Praxis gehen weit auseinander. Deshalb finden Sie hier Richtwerte mit Einordnung, einen Entscheid zwischen Text, Farbe und Nummer sowie einen Zeitplan, den Sie rückwärts vom Zügeltag aufbauen.
Welche Kartons brauchen Sie für den Umzug?
Die Grundregel ist einfach. Schwere Dinge gehören in kleine Kartons, leichte in grosse. Bücherkartons sind klein und stabil und eignen sich laut einem Anbieter für schwere Inhalte wie Bücher, Akten oder Werkzeug. Packen Sie Bücher in einen grossen Karton, wird er schnell zu schwer für eine Person.
Für den restlichen Hausrat reichen im Alltag meist Standardkartons. Je nach Anbieter gibt es zusätzlich Spezialkartons, etwa einen Kleiderkarton mit Stange für Hängendes, Einsätze für Gläser oder flache Kartons für Bilder und Spiegel. Das ist eine Frage des Bedarfs und des Budgets. Wer wenig Hängendes oder Zerbrechliches besitzt, kommt oft mit Standardkartons und gutem Polstermaterial aus.
Planen Sie das Zubehör gleich mit ein. Sie brauchen kräftiges Klebeband, wasserfeste Marker, Packpapier oder Luftpolsterfolie und kleine Säckchen für Schrauben. Kleben Sie die Säckchen am zugehörigen Möbelstück fest, damit sie nicht in einem der vielen Kartons verschwinden. Das ist ein praktischer Tipp aus der Erfahrung, keine Norm.
Wie viele Umzugskartons? Richtwerte nach Wohnungsgrösse
Die veröffentlichten Richtwerte stammen von verschiedenen Anbietern und überschneiden sich teilweise.
- Ein Hersteller rechnet mit 10 bis 15 Kartons pro WG-Zimmer.
- Derselbe Hersteller nennt 30 Kartons für Haushalte mit einem bis zwei Zimmern.
- Ein Umzugsanbieter nennt für eine 2.5-Zimmer-Wohnung etwa 20 bis 40 Kartons.
- Für eine 3.5-Zimmer-Wohnung nennt derselbe Anbieter etwa 40 bis 60 Kartons.
- Für Familien gibt der Hersteller 20 bis 25 Kartons pro Person an.
Die 30 Kartons für ein bis zwei Zimmer und die 20 bis 40 Kartons für 2.5 Zimmer liegen also im selben Bereich. Als Planungswert für eine kleine Wohnung mit bis zu 2.5 Zimmern können Sie mit 30 bis 40 Kartons starten. Für eine 3.5-Zimmer-Wohnung liegt die Spanne bei 40 bis 60. Ihre Zahl hängt davon ab, wie viel Geschirr, Bücher und Kellerinhalt Sie haben. Packen Sie am besten ein Zimmer probehalber ein und rechnen Sie hoch.
Möbel und Grossteile wie Sofa, Schrank oder Velo zählen Sie separat. Sie brauchen keinen Karton, aber Platz im Transporter. Bestellen Sie Leihkartons, planen Sie eher etwas mehr ein, denn nicht benötigte lassen sich laut einem Anbieter zurückgeben.
Kaufen, mieten oder gebraucht?
Gebrauchte Kartons sind laut einem Hersteller günstig, aber oft beschädigt. Prüfen Sie deshalb Boden und Ecken, bevor Sie sie füllen, besonders bei Büchern.
Neue Kartons kaufen Sie üblicherweise bei Umzugsfirmen, im Baumarkt oder im Onlinehandel. Mieten können Sie sie bei Anbietern von Leihkartons. Preise nennen wir hier nicht, da sie je nach Anbieter, Menge und Lieferung unterschiedlich ausfallen. Holen Sie dazu Angebote ein.
Bei Leihkartons sollten Sie vor der Bestellung drei Dinge klären. Wann wird geliefert, wie lange dürfen Sie die Kartons behalten und wie und wann werden sie wieder abgeholt oder zurückgenommen? Wer später Möbel zwischenlagern möchte, findet Hinweise unter Möbel einlagern.
Fragen Sie Ihre Umzugsfirma frühzeitig, ob sie Kisten liefert. Das spart Ihnen die Suche nach einer eigenen Quelle. Zügelkisten aus Kunststoff werden von manchen Firmen ebenfalls angeboten, fragen Sie danach.
Packen mit Gewichtsgrenze und Polsterung
Zum Gewicht finden Sie zwei Angaben. Ein Anbieter empfiehlt höchstens 20 kg pro Karton, eine grosse Umzugsfirma nennt 30 kg als Obergrenze. Die Quellen begründen den Unterschied nicht. Wenn Sie unsicher sind, bleiben Sie unter 20 kg. Das gilt vor allem, wenn Sie die Kartons selbst tragen oder Helfer ohne Erfahrung mitanpacken. Wiegen Sie einen vollen Karton einmal mit der Personenwaage nach.

Aus der Praxis bewährt hat sich Folgendes. Füllen Sie Hohlräume mit Packpapier oder Tüchern, stellen Sie Gläser aufrecht hinein und legen Sie schwere Teile nach unten. Schliessen Sie den Deckel ohne Druck. Ist er gewölbt, ist der Karton zu voll.
Dokumente, Wertsachen und Medikamente gehören nicht in den Transport. Nehmen Sie sie selbst mit.
Beschriftungssystem: Text, Farbe oder Nummer?
Jeder Karton braucht den Zielraum, einen Kurzinhalt und bei Bedarf einen Hinweis wie «zerbrechlich». Beschriften Sie den Deckel und mindestens eine Längsseite, damit die Angaben beim Stapeln sichtbar bleiben.
Welches System passt, hängt von der Grösse des Umzugs ab. Bei wenigen Kartons genügt Text mit Raum und Inhalt. Eine Farbe pro Raum hilft beim schnellen Sortieren, etwa mit Klebepunkten. Ein Anbieter rät, den Zielraum auch bei einem Farbcode auszuschreiben. Nummern eignen sich, wenn Sie eine Inventarliste führen, in der zu jeder Nummer der Inhalt steht. Das lohnt sich eher bei vielen Kartons und ist mehr Aufwand.
Legen Sie vorher einheitliche Raumnamen und Kürzel fest. So steht nicht auf dem einen Karton «Wohnzimmer» und auf dem nächsten «Stube».
Packplan, Was wann in welchen Karton
Die Quellen nennen zwei Zeitrahmen. Ein Hersteller rät, etwa einen Monat vor dem Umzug zu beginnen. Ein Umzugsanbieter empfiehlt zwei bis drei Wochen. Wählen Sie den längeren Rahmen, wenn Sie wenig Zeit pro Woche haben oder viel besitzen. Der kürzere reicht, wenn Sie wenig Hausrat haben und die Abende frei sind.
- Ausmisten. Was Sie nicht mehr brauchen, packen Sie gar nicht erst ein.
- Zuerst selten Gebrauchtes. Beide Quellen raten, bei selten genutzten Räumen zu beginnen, also Keller, Estrich, Gästezimmer und Saisonales.
- Dann Zimmer für Zimmer. Bücher, Dekoration und Geschirr, das Sie nicht täglich nutzen.
- Zuletzt Alltägliches. Küche, Bad und Kleider für die letzten Tage.
Stellen Sie fertige Kartons an einem Sammelplatz zusammen, die beschriftete Seite nach aussen. Alle übrigen Aufgaben neben dem Packen finden Sie in der vollständigen Umzugs-Checkliste.
Erste-Nacht-Karton und Umzugstag
Im Erste-Nacht-Karton liegt, was Sie am ersten Abend und Morgen brauchen. Als Anregung eignen sich Zahnbürste, Toilettenpapier, Bettwäsche, Ladegeräte, Kaffee und etwas Werkzeug. Beschriften Sie ihn deutlich und laden Sie ihn zuletzt ein, damit er zuerst wieder draussen ist.
Weisen Sie Helfer kurz ein, bevor es losgeht. Kleben Sie den Zielraum an die Türen der neuen Wohnung, dann finden alle die richtigen Räume ohne Rückfragen.
Packen selbst oder Hilfe holen?
Ein Einpackservice kann sich lohnen, wenn Ihnen die Zeit fehlt, die Wohnung gross ist oder viel Zerbrechliches dabei ist. Die Firma packt dann ganz oder teilweise für Sie.
Fragen Sie bei der Anfrage nach Kartons und Einpackservice. Klären Sie, ob Material inklusive ist, ob Leihkartons geliefert und abgeholt werden und wie das Packen verrechnet wird. Wie Sie solche Punkte prüfen, steht im Beitrag Umzugsangebote richtig vergleichen. Einen unverbindlichen Überblick zu Kosten gibt Umzugskosten in der Schweiz. Verbindlich sind nur die Offerten.
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Offerten vergleichenHäufige Fragen
Wie viele Umzugskartons brauche ich für eine 3.5-Zimmer-Wohnung?
Die genannte Spanne liegt bei etwa 40 bis 60 Stück. Wie viele es bei Ihnen sind, zeigt ein probeweise gepacktes Zimmer.
Wie schwer darf ein Umzugskarton sein?
Angaben von 20 kg bis 30 kg sind üblich. Wählen Sie die tiefere Grenze, wenn Sie selbst tragen.
Wie beschrifte ich Umzugskartons richtig?
Schreiben Sie Zielraum und Kurzinhalt auf Deckel und eine Längsseite. Ein Farbcode ersetzt den Raumnamen nicht.
Wann sollte ich mit dem Packen beginnen?
Je nach Haushalt zwei bis drei Wochen oder einen Monat vor dem Zügeltag, beginnend mit selten genutzten Räumen.
Soll ich Umzugskartons kaufen, mieten oder gebraucht nehmen?
Gebraucht ist günstig, aber prüfen Sie den Zustand. Leihkartons brauchen eine klare Absprache zu Lieferung und Rückgabe. Gekaufte Kartons gehören Ihnen und lassen sich weiterverwenden.




